Literatur – Mal jung gemacht

Am 22.06.2026 hat auch der letzte Kurs der Q1, aus dem kreativen Bereich, sich in Form eines Literatur Cafés präsentieren können. Bei dem Kurs handelte es sich um den Literaturkurs kreatives Schreiben, welcher, unter der Leitung von Frau Färber, über das Jahr hinweg verschiedene Formen von literarischen Typen, von Prosa bis Lyrik, kennen und schreiben gelernt hat. Besonders das zweite Halbjahr war bei dem genannten Literatur Café im Fokus, da die Schülerinnen und Schüler ihre, mit viel Arbeit verbundenen, Prosa- als auch Lyrik- Texte, aus dem zweiten Halbjahr vorstellten.

Unter der Leitung der Moderation, welche sich aus Nils, Aliya und Ilayda zusammensetzte, wurde das Publikum, das aus Lehrer*innen, Eltern und Schüler*innen bestand, durch den Abend geleitet und wurde direkt zu Beginn durch Meleks Gedicht “Verlorene Kindheit im blauen Licht”, welches eine Kritik unseres Medien Konsums verkörperte, gepackt.

Spannend ging es weiter mit der mystischen Kurzgeschichte von Philipp mit dem Titel “Die Truhe”, die sehr wahrnehmbar das Publikum völlig in den Bann zog. Wenn nicht so mystisch, war die folgende Kurzgeschichte Ilaydas “Zwischen den Blicken”, ebenso ergreifend, da sie auf innige Art und Weise, den Weg zur eigenen Identitätsfindung darstellte.

Identität ist auch eine gute Überleitung für die Kurzgeschichte Lenas, die auf Ilaydas folgte, und den Titel “Freiheit” trägt, denn wie der Titel schon verrät, steht besonders die Suche und das Finden der eigenen Freiheit im Vordergrund und stellte somit eine schöne Einleitung zur Pause dar.

Denn der Abend war nicht so gestaltet, dass nur gelesen wurde, sondern bestand aus zwei Leseblöcken à vier Lesungen, die durch eine Pause getrennt wurde. Und abgeschlossen wurden durch eine große Feedbackrunde. In der eben genannten Pause bestand die erste Möglichkeit in Kontakt mit den Autorinnen und Autoren des Kurses zu kommen und sich andere Werke der Kursmitglieder durchzulesen, die ausgehangen wurden. Außerdem war es möglich, sich die einzelnen Texte der Autorinnen und Autoren, in voller Länge durchzulesen und je nachdem abzuspeichern, für ein späteres Lesen.

Natürlich ging es in der Pause nicht weiterhin ausschließlich um die Texte, sondern das Publikum konnte sich auch an den Köstlichkeiten bedienen, die durch die Schülerinnen und Schüler des Kurses selbst gemacht wurden und jeweils die eigene Kultur verkörperten. Somit hat das Literaturcafé noch mehr den Charakter eines Cafés angenommen, da durch eben jene Speisen eine gewisse Vertrautheit aufkam.

Nachdem sich die Gäste noch ein letztes Mal am Buffet bedienten, ging es dann auch mit dem zweiten Leseblock weiter, bei dem Maya mit einem Paukenschlag in Form des Aussprechens harter Wahrheiten, durch ihr Gedicht “Ungehörte Stimmen”, die Aufmerksamkeit an sich riss. Gefolgt wurde dieses Statement durch das Gedicht mit dem Titel “Ein neuer Anfang” von Nursena, die am Abend krankheitsbedingt von Melek vertreten wurde, welches zeigt, was kleine Hilfen für eine große Wirkung erzielen können.

Den Beginn der letzten beiden Lesungen machte Aliya, die mit ihrer sehr persönlichen Kurzgeschichte “…weil alle Teile in mir sind”, das Publikum förmlich zum Zuhören zwang. Den Abschluss machte Nils mit seiner Kurzgeschichte “Können und Sein”, der mit seinem harten Plottwist das Publikum fasste, jedoch mit einer positiven Message am Ende seiner Kurzgeschichte, die Stimmung wieder aufhellte.

Es folgten noch verschiedene Zugaben, die alle ebenso lesens- und hörenswert sind, wie die Hauptwerke, jedoch aber in diesem kleinen Bericht den Rahmen sprengen würden. In der folgenden Feedbackrunde kam es zu einem regen Austausch zwischen Publikum und Autorinnen und Autoren. Wobei das Feedback nicht allein aus Lobpreisungen bestand, sondern auch noch mehr die Erarbeitung des Schreibens ergründete und somit auch hier noch eine gewisse Tiefe entstand.

Abschließend lässt sich der Abend als voller Erfolg bewerten, da sich definitiv zeigte, dass man junge Literat*innen nicht unterschätzen sollte und es um zu bedauerlicher ist, dass so ein Kurs erstmal nicht mehr zu Stande kommt, obwohl er sehr zu empfehlen ist. Und ganz zum Schluss nochmal ein Dank an Frau Färber, die uns als Kurs über das Jahr hinweg sehr viel Neues im Bezug aufs Schreiben offenbarte.